Junge Leser  10.08.2017

Gerade fällt mir das Faltblatt »Die besten Bücher für junge Leser« aus dem börsenblatt. Nach Lesealter gestaffelt, startet es für 5-Jährige mit »Prinzessin Hannibal«. Melanie Laibl hat es geschrieben, Michael Roher illustrierte. Die Autorin ist 1973 in Linz geboren – eine Kinderbuch-Autorin aus deutschem Sprachraum! In der Tat scheint das eine Besonderheit zu sein. Denn bei den nachfolgenden Bestplatzierten fällt auf: Es sind Übersetzungen aus dem Russischen, dem Niederländischen, dem Schwedischen, dem Italienischen, noch einmal schwedisch und aus dem Englischen... Eine 29-köpfige Jury (fast 2/3 akademisch graduiert) aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben es für den Deutschlandfunk herausgefunden. Was nun? Ein Ergebnis des demografischen Wandels hierzulande? Wissen deutsche Autoren nicht mehr, worauf die Kinder abfahren? Verstehen wir nicht mehr ihre Sprache? Sind wir zu erwachsen geworden? Oder hat die Jury mit verbundenen Augen in die große Auswahl gegriffen?

Günther Döscher

Menschen um Martin Luther
Geister der Reform

Der zeitkritische Hamburger Maler Werner Fritz Zganiacz schuf farbenprächtige Porträts von Menschen, die im Wirken Martin Luthers eine Rolle spielten. Der Zyklus war für eine Darstellung in der Wartburg gedacht. Erweitert durch weitere Porträts und mit verändertem Konzept wurde ein Buch daraus. Als zum 500. Reformations-Jubiläum eine zweite Auflage nachgefragt wurde, entstand die Idee, sie mit alten Stichen und Holzschnitten zu erweitern. Sie stammen aus einem Sonderdruck der Leipziger »Illustrirten Zeitung« zu Luthers 400. Geburtsjahr 1883. Eine interessante Gegenüberstellung – auch in den Texten. Der großformatige »Bildband« zur Hälfte des aktuellen Luther-Jahres mag wie eine Illustration zu den unterschiedlichsten Veröffentlichungen wirken. Es passt ein Luther-Wort: »Gut Ding will Weile haben.« – Hier ist ein BLICK INS BUCH. Auf Seite 16 dieser Leseprobe erhalten Sie eine ausführliche Inhaltsangabe.

Grüße von Rübezahl

Cover: Begegnung im Riesengebirge

23-jährig begleitet Liesel Hünichen als Fürsorgerin mitten im Krieg Kinder und Mütter zur Erholung ins Erzgebirge. Das ist eine Urlaubs-Gelegenheit: Bergwanderung auf die Schneekoppe. Wie aus dem Nichts erscheint ein freundlicher Hüne mit blitzenden Augen unterm grünen Lodenhut. Er begleitet sie, unterhält sie mit klugem Allwissen – es wird schließlich ein romantischer Abend. Am nächsten Morgen ist er fort. Ein Gruß auf einem Zettel und das Versprechen »Ich bin bei Dir« machen die junge Frau nachdenklich. War die flüchtige Romanze vielleicht die mystische Begegnung mit der Sagengestalt Rübezahl? Ist der wilde Berggeist in Wirklichkeit ein sanfter Schutzherr, der ihr den Weg durch den plötzlichen Nebel weist?

Wir schafften das!

Cover12 Millionen Flüchtlinge musste Deutschland trotz zerbombter Städte und eigener Not 1945 aufnehmen. Sie kamen aus Schlesien, aus Ostpreussen oder aus dem Sudetenland und fanden Unterkunft in Waschküchen, Ställen und Scheunen. Familien ohne Väter. Junge Mütter ohne Hilfe. Liesel Hünichen (97) war von 1948 bis 1951 Sozialarbeiterin in Hildesheim. Die Notizen in ihrer »Schwarzen Kladde« sind die Grundlage ihrer Erinnerungen, die sie bereits in den 70er Jahren aufzeichnete. Es ist ein persönliches Geschichtsbuch über die spätere Nachkriegszeit, als die Deutschen »ins Leben zurückkehrten«. – Die Fortsetzung des Buchs »Meine Stunde Null«.

Junge Leser II.

Schutzengel-CoverAutor Peter Jäger kam anlässlich der TV-Sendung »Unkraut« mit Frankfurts Städträtin und Dezernentin für Umwelt und Frauen in einen Briefwechsel. Mit Freude habe sie sein Engel-Buch gelesen, ließ Rosemarie Heilig ihn wissen – und: »Es freut mich außerordentlich, dass Sie sich auf diese Art für Bienen einsetzen. Jungen Menschen durch ein Buch das Thema nahe zu bringen, finde ich eine sehr lobenswerte und schöne Idee. Für das Bienenbuch von der Küste wünsche ich Ihnen viele interessierte kleine und große Leser.« Dieser nette Wunsch hat sich in und um Quickborn, wo Peter Jägers Engel-Märchen bereits einen Serien-Bonus haben, schon erfreulich erfüllt – aber die Thematik reicht weit darüber hinaus. Das Buch ist ein Appell ohne erhobenen Zeigefinger: »Achtet das Leben! Schützt eure Umwelt!« Beschlossen auf der himmlischen Vollversammlung der Engel, die von ihrem erhabenen Standort mit Blick auf die Erde nicht sonderlich begeistert sind. Aber: »Schutzengel geben niemals auf«. Und so dringen irdische Probleme auf lockere Weise in die Zone des Nachdenkens ein und besonders jungen Lesern wird Mut zum Engagement gemacht. So auch für die Bienen – man ahnt es schon durch den Untertitel »Flüssiges Gold für die Retter der Bienen«. Christel Kruse hat auch dieses Buch mit Witz und Charme illustriert.

Witt is de Sand

Sommer! Die weiße Helgoland-Düne ist jetzt Badeland. Die Touristen strecken sich der Sonne entgegen. Mit diesem Buch kann man sich einstimmen: Aus der Perspektive eines »Insulaners«. Reimer Boy Eilers’ Eltern waren auf das zerbombte Helgoland zurückgekehrt. Das war seine Kindheits-Welt. Forscherdrang in den Katakomben. Mit dem Onkel zum Hai-Angeln. Vom Vater etwas über die Geschichte erfahren. Auf der Insel kam August Hoffmann von Fallersleben das »Lied der Deutschen« in den Sinn, unsere Notionalhymne, die auf dem Hamburger Jungfernstieg aus der Taufe gesungen wurde. Dorthin hat der Autor sein »Inselgefühl« mitgenommen, literarisch nachempfunden und philosophisch mit Goethe und dem Glück verknüpft.

Smutjes Bordbuch

Seeluft-Titel

Nicht jeder Skipper ist auch ein guter Koch. Ulli Krause aber fuhr als Koch zur See und kann dazu ein paar Tipps geben, die auch zur kleinen Kochecken passen. Da freut sich die Crew, wenn sie bei einer Flaute etwas zwischen die Kiemen kriegt. (Mit den Rezepten können auch Landratten mit Single-Küche etwas anfangen.) Und weil die Rezepte nicht gleich in Arbeit ausarten, bleibt Ulli noch Zeit, etwas aus seiner Fahrenszeit und von Freizeit-Törns unter Motor und Segel zu vertelln. Liest sich gut – und in der Anwendung schmeckt’s auch. – In norddeutscher Küstennähe gibt es das Buch auch in Famila-Märkten.

Das war der 1. Fall

Der Tote im Yachthafen [9783944459264.jpg,104 KB]Sommer an der Ostsee. Für Autorin Frauke Mohr ist das Grömitz-Zeit. Dort auf dem Campingplatz entstand »Der Tote im Yachthafen«, während ihre Jungs Sandburgen bauten. Um einen Prachtbau im Naturschutzbereich geht es im Krimi. Irgendwie hat das Geld das Sagen – und schließlich noch eine Prise Gift. Bei jungen Lesern punktet Tim Bronkaus erster Fall der imaginären Neustädter Krimi im E-Book-Download – aber fragt ruhig mal im Buchhandel – oder hört zu, wenn Frauke Mohr daraus am Grömitzer Strand liest. Ganz nah am Original-Tatort.

Unsere Bücher erhalten Sie im Buchhandel Ihrer Wahl:
   > AMAZON
   > BUCH24
   > BÜCHER.DE
   > HEYMANN
   > HUGENDUBEL
   > MAYERSCHE
   > OSIANDER
   > THALIA
   > WELTBILD
oder auch schnell, ab 12 € portofrei direkt ab Verlag:
   > KADERA-SHOP

LESETERMINE

SVEN j. OLSSON
liest aus seinem Buch »No Problem, Sir! – Indische Momente«

Sa 02.09.2017 - 19:00 Uhr: Resonanzraum, 24568 Kattendorf, Kaltenkirchener Straße 32
Mi 06.09.2017 - 19:00 Uhr: »Nuss-Boutique«, 20253 Hamburg, Eppendorfer Weg 19

 

SUSANNE BIENWALD
liest aus ihrem Buch »Wittensee«
So 08.10.2017
- 15:00 Uhr:  Galerie Sarafand, Schultwiete 2, 24558 Henstedt-Ulzburg
Do 26.10.2017
- 10:00 Uhr:  Frauenfrühstück mit Lesung, Kulturhaus Eppendorf, Julius-Reincke-Stieg 13a, 20251 Hamburg

Faszination oder Kulturschock?

No Prolem SirIndien! Da will ich unbedingt hin! – Indien? Alles, nur das nicht! – Für den Neugierigen ein Ort der Sehnsucht. Für verwöhnte Touristen ein Kulturschock. Wer sich das Abenteuer zutraut, ist froh es zu überstehen – und ist er zu Hause, will er wieder hin. Und die Inder selbst? Jene, die dort sind, dort bleiben müssen? »No Problem, Sir!« Das ist der Satz, den Sven j. Olsson immer wieder hörte. Drei unterschiedliche Aufenthalte tauchten ihn immer wieder in ungewohnte Situationen. Indien ist Chaos – aber gefüllt mit Menschen, die in diesem Tohuwabohu ihren Ordnungssinn versteckt haben. Manchmal amüsiert es. Manchmal treibt es den Blutdruck in die Höhe. Oder kann man gar davon lernen? Alltagsgeschichten aus einer anderen Welt – dazu formatfüllende Bilder, die nicht nach Pracht und Schönheit suchen, sondern Indien zeigen, so wie es ist. Hier ist eine Leseprobe – und hier ein YouTube-Trailer – und hier können sie das ganze Buch erwerben: SHOP

 

Eine andere Einsamkeit

WittenseeFrühling des Lebens für eine Studentin, die ihren Dozenten liebt. – Wittensee in Schleswig-Holstein ist der Rückzugsort für Xenia, der die Welt zu laut, zu bestimmend, zu schnell geworden ist. In der Stille der Natur lässt sie ihr bisheriges Leben an sich vorüberziehen – geprägt vom Stress, so zu "funktionieren", wie die Eltern, die Kita, die Schule und schließlich auch der Freund es wollen. – Susanne Bienwald erzählt den inneren Kampf der jungen Frau einfühlsam in wechselnden Perspektiven. – Eine tiefgreifende Rezension von Maren Schönfeld: Bitte anklicken!

Weißt du noch?

Cover Dennoch haben wir gelacht [9783944459295 (2).jpg,908 KB]

Erinnerungen können sich auf wundersame Weise vermehren! »Dennoch haben wir gelacht...« 20 Zeitzeugen haben notiert, was sie in Dörfern und Städten, im Norden und Süden Deutschlands, im Ruhrpott, in Russland und Argentinien erlebten. Ihr »Damals« umfasst den Zeitraum 1933–1955. Lange schwiegen sie, weil es niemand wissen wollte. Die Zeit ist reif. Ein Buch, das Erinnerungen präsentiert – und die eigenen weckt.

 

 

 

 

 

 

UA-102882153-1