So oder so  21.10.2017

Im börsenblatt kann man über eine Karrikatur lachen: »Nie ein Buch in der Hand gehabt, aber plustert sich auf – der HÖRBUCHFINK«. Und während sich der Fink freut, dass ihm für ein Hörbuch kein Ast vom Baum gesägt wird, quaken die Unken schon vom neuen Trend und Rückgang der Lesefähigkeit künftiger Generationen. Hat doch das E-Book uns schon die Lust am haptischen Blättern genommen. Wozu diese Diskussionen? Es geht doch um Inhalte. Um Literatur. Ob wir nun handgelesen (still im Sessel), switch-geblättert (im Bett mit leuchtendem Display) oder mit geschlossenen Augen (bitte nicht im Auto) der sonoren Vorleserstimme lauschen – die Geschichten bleiben die gleichen. Und davon – das zeigt ja der Markt – brauchen wir immer mehr. In der Thematik ebenso wie in der Darreichungsform. Wir sind individueller geworden – jeder für sich. – Wittere ich da vielleicht Parallelen zur »Jamaika-Stimmung«? 

Günther Döscher

Engel in Venedig

Schutzengel in VenedigLuigi Frizzos Liberia Acqua Alta in Venedig ist ein Mekka für Dichter und Leser aus aller Welt. Hier wurde eine Gondel zum Regal, ein Bücherstapel zur Treppe ins Obergeschoss und alles zusammen zur Heimat für Katzen. Amor wacht dort über Lovestorys – und dieser Liebesengel bekam Besuch von Schutzengeln. Rainer Neumann, Freund und Fan des Quickborner Autors Peter Jäger, sandte das Foto aus dem kuriosen Literatur-Chaos. Auch die Lagunen-Stadt braucht ja Schutzengel – um den Wasserspiegel auf Status quo zu halten. Passt genau zum Kernthema des Buchs: »Achtet das Leben! Schützt eure Umwelt!« Beschlossen auf der Vollversammlung der Engel, die von ihrem himmlischen Standort die Erde etwas besser im Blick haben als wir. Aber: »Schutzengel geben niemals auf«. Und so dringen irdische Probleme auf lockere Weise in die Zone des Nachdenkens und machen besonders jungen Lesern Mut zum Engagement. Mit Schul- und Hoffest und Tierpark-Besuch ist für viel Action gesorgt – um schließlich von fleißigen Bienen belohnt zu werden: »Flüssiges Gold für die Retter der Bienen«. Christel Kruse hat das Buch mit Witz und Charme illustriert. – Mal hineinlesen? > LESEPROBE

24 + 1 Geschichte

»Weihnachten hart und zart« begleitet uns eher rau durch Vorweihnachtszeit. Acht Autoren der Schreibgruppe »Blut & Feder« widmen sich darin mehr der dunklen Seite der Lichterzeit. Nun ja, im Grunde besteht die Weihnachtszeit aus Tagen, wie sie in allen anderen Zeiten auch sind. Voll mit Dingen, die wir lieber nicht aushalten möchten. Doch unser schönstes Fest macht die Fans von Krimi, Horror und Co. nicht zu Abstinenzlern. Für sie ist dieses Buch geschrieben, in dem selbst das Zarte eine gewisse Schräglage hat. Genug gewarnt. Weihnachts-Horror tut gut, wenn man sich klar macht, dass es wirklich nicht die realen Nachrichten sind. Eine friedliche Weihnachtszeit allerseits – und dass der zarte Teil dieser Weihnachten bei Ihnen zu Hause die Oberhand behält.

Insel-Literatur

Helgoland veranstaltet vom 26.–28. Oktober sein 1. Literaturvestival mit zehn Insel-Autoren. Reimer Boy Eilers ist einer von ihnen. Als seine Eltern Anfang der 50er Jahre dorthin zurückkehrten. Die zerbombte Insel war seine Kindheits-Welt. Forscherdrang in den Katakomben. Mit dem Onkel zum Hai-Angeln. Vom Vater etwas über die Geschichte erfahren… In seinem Buch »Goethe, Glück und Helgoland« wird deutlich, wie und durch was die Insel ihn formte. Blättern Sie mal in die umfangreiche LESEPROBE

Bord-Kochbuch-Test 
auf der »hanseboot«

Kochshow auf der hanseboot

Seeluft-Titel

Zwei Kochplatten und Ulli Krauses Bord-Kochbuch »Seeluft macht hungrig« – und schon ist gute Laune an Bord! Der Beweis wurde auf der hanseboot in Hamburg erbracht. Koch Kai von Ridder ließ Garnelen und Kirschtomaten in der Pfanne oder Chili con Parne im Topf bruzzeln. Marion teilte aus. »Mmmh, lecker!« Thekla würzte die Kochshow mit Geschichten aus Ullis Hobby-Seefahrt. Autor Ulli Krause ist Ruhestands-Schiffskoch und schmunzelte im Hintergrund. »Siehste – kochen kann jeder. Jedenfalls nach diesen Rezepten.« Die passen auch zu engen Kochecken in Wohnwagen und Single-Wohnung. Die Tipps und Törn-Geschichten machen allerdings Appetit auf Wasser-Fahrten unter Motor und Segel. Liest sich so gut wie es in der Anwendung schmeckt. – In norddeutscher Küstennähe gibt es das Buch auch in einigen Famila-Märkten.

Einer geht noch

TineWittler

Das Jahr wechselt in die Bar-Saison. Tine Wittler – in ihrer Bar »Parallelwelt« gern mal selbst hinterm Tresen – mag diese Zeit. Der Sonne hatte sie einst den Namen »Gelbe Sau« verpasst, weil sie die Kunden aus der Bar lockte. Tine Wittler hat die Bar-Typen studiert, liebevoll bedichtet, mit Cocktail-Rezepten umrankt und in ein Buch gepackt. Marlies Schaper hat es schwungvoll illustriert. Mit »Tresenlyrik schlückchenweise« ist die »Lokalrunde« treffen erklärt – die richtige Lektüre für Leute, die nach einem Schnäpschen zum Philosophieren neigen … LESEPROBE

Das war der 1. Fall

Der Tote im Yachthafen [9783944459264.jpg,104 KB]Sommer an der Ostsee. Für Autorin Frauke Mohr ist das Grömitz-Zeit. Dort auf dem Campingplatz entstand »Der Tote im Yachthafen«, während ihre Jungs Sandburgen bauten. Um einen Prachtbau im Naturschutzbereich geht es im Krimi. Irgendwie hat das Geld das Sagen – und schließlich noch eine Prise Gift. Bei jungen Lesern punktet Tim Bronkaus erster Fall der imaginären Neustädter Krimi im E-Book-Download – aber fragt ruhig mal im Buchhandel – oder hört zu, wenn Frauke Mohr daraus am Grömitzer Strand liest. Ganz nah am Original-Tatort.

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LESETERMINE

LUISA NATIWI
beteiligt sich an den diesjährigen Kinder- und Jugendbuchwochen in Schleswig-Holstein mit ihren afrikanischen Märchen, die sie unter dem Titel »Dr. Limilim der Urwald-Doktor« veröffentlicht hat.
Termine: 21.11.: Lübeck, Stadtbibliothek; 22.11.: Plön, Stadtbücherei

 

SVEN j. OLSSON
liest aus seinem Buch »No Problem, sir! – Indische Momente«

Do 16.11.2017 - 19:30 Uhr: Bücherhalle Elbvororte, Sülldorfer Kirchenweg 1B, 22587 Hamburg

Faszination oder Kulturschock?

No Prolem SirIndien! Da will ich unbedingt hin! – Indien? Alles, nur das nicht! – Für den Neugierigen ein Ort der Sehnsucht. Für verwöhnte Touristen ein Kulturschock. Wer sich das Abenteuer zutraut, ist froh es zu überstehen – und ist er zu Hause, will er wieder hin. Und die Inder selbst? Jene, die dort sind, dort bleiben müssen? »No Problem, Sir!« Das ist der Satz, den Sven j. Olsson immer wieder hörte. Drei unterschiedliche Aufenthalte tauchten ihn immer wieder in ungewohnte Situationen. Indien ist Chaos – aber gefüllt mit Menschen, die in diesem Tohuwabohu ihren Ordnungssinn versteckt haben. Manchmal amüsiert es. Manchmal treibt es den Blutdruck in die Höhe. Oder kann man gar davon lernen? Alltagsgeschichten aus einer anderen Welt – dazu formatfüllende Bilder, die nicht nach Pracht und Schönheit suchen, sondern Indien zeigen, so wie es ist. Hier ist eine Leseprobe – und hier ein YouTube-Trailer – und hier können sie das ganze Buch erwerben: SHOP

 

Allein mit sich ...

WittenseeWittensee in Schleswig-Holstein ist der Rückzugsort für Xenia, der die Welt zu laut, zu bestimmend, zu schnell geworden ist. In der Stille der Natur lässt sie ihr bisheriges Leben an sich vorüberziehen – geprägt vom Stress, so zu "funktionieren", wie die Eltern, die Kita, die Schule und schließlich auch der Freund es wollen. – Susanne Bienwald erzählt den inneren Kampf der jungen Frau einfühlsam in wechselnden Perspektiven. – Eine tiefgreifende Rezension von Maren Schönfeld: Bitte anklicken!

Menschen um Martin Luther
Das ist der Mann ...

... ist es wert, gefeiert zu werden – 500 Jahre nach seinem Protest gegen kirchliche Anmaßungen. Martin Luther war einer der Wichtigsten in unruhigen Zeiten, die unser Leben und Denken nachhaltig veränderten. Der Hamburger Maler Werner Fritz Zganiacz schuf Porträts von Menschen um Martin Luther. Der Theologe Andreas Pawlas setzte biografische Erläuterungen hinzu. Die Neuauflage des Buchs wurde mit historischen Darstellungen erweitert – eine interessante Gegenüberstellung. Der großformatige »Bildband« ist eine gelungene Abrundung zu den vielfältigen Veröffentlichungen im Luther-Jahr 2017. – Im BLICK INS BUCH finden Sie auf Seite 16 eine ausführliche Inhaltsangabe.

 

 

 

 

 

 

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