Warum?  15.10.2017

Ja, warum gibt es in Frankfurt die größte Buchmesse der Welt? Weil wir das Land der Dichter und Denker sind? Ich bezweifle das jeden Monat neu, wenn der Deutschlandfunk »Die besten 7 Bücher für junge Leser« vorstellt. Die jungen Leser sind 5 bis 14+ Jahre alt – also im studienfreien Alter. Von den 29 Juroren aus D, A und CH haben immerhin 17 promoviert. Inzwischen übliche Top-7-Titel-Zusätze sind: »Aus dem ... Englischen, Katalanischen, Niederländischen, Schwedischen, Norwegischen«. Die deutsche Ausnahme hat Amokalarm zum Thema: »Was wir dachten, was wir taten« von Lea-Lina Oppermann schreibt über eine Ausnahmesituation. Wie passend! – Im Börsenblatt wirbt Rowohlt doppelseitig für »Das Schönste, was man bei Regen tun kann: Marissa Stapley lesen.« Die ist in Kanada zu Hause. »Das Glück an Regentagen« heißt die Geschichte, die jetzt mit Gewinnspiel, Anzeigen, City-Light-Werbung und beziehungsgerecht durch Knirps gefördert in den Handel kommt, denn »Die Menschen brauchen mehr Liebesgeschichten«. Es klebt auch noch ein Leseprobenheftchen dran – Auszug: »... die qualvolle Freude, als er mit dem Finger über ihre Brustwarze strich und spürte, wie sie hart wurde, wie ein zartes Stöhnen ihren Lippen entwich und in seinen Mund drang, nur seinen, ganz allein seinen. – Sie löste sich von ihm. ›Ich kann nicht glauben, dass wir das hier tun.‹ – ›Aber du willst es doch, oder? Oder soll ich ...‹ – Natürlich will ich es. Du doch auch – oder etwa nicht?‹ ... «Lassen wir diese Frage mal offen, ebenso wie jene, warum die FBM die größte Buchmesse der Welt ist.

Günther Döscher

Eine andere Einsamkeit

WittenseeFrühling des Lebens für eine Studentin, die ihren Dozenten liebt. – Wittensee in Schleswig-Holstein ist der Rückzugsort für Xenia, der die Welt zu laut, zu bestimmend, zu schnell geworden ist. In der Stille der Natur lässt sie ihr bisheriges Leben an sich vorüberziehen – geprägt vom Stress, so zu "funktionieren", wie die Eltern, die Kita, die Schule und schließlich auch der Freund es wollen. – Susanne Bienwald erzählt den inneren Kampf der jungen Frau einfühlsam in wechselnden Perspektiven. – Eine tiefgreifende Rezension von Maren Schönfeld: Bitte anklicken!

Smutjes Bordbuch

Seeluft-Titel

Nicht jeder Skipper ist auch ein guter Koch. Ulli Krause aber fuhr als Koch zur See und kann dazu ein paar Tipps geben, die auch zur kleinen Kochecken passen. Da freut sich die Crew, wenn sie bei einer Flaute etwas zwischen die Kiemen kriegt. (Mit den Rezepten können auch Landratten mit Single-Küche etwas anfangen.) Und weil die Rezepte nicht gleich in Arbeit ausarten, bleibt Ulli noch Zeit, etwas aus seiner Fahrenszeit und von Freizeit-Törns unter Motor und Segel zu vertelln. Liest sich gut – und in der Anwendung schmeckt’s auch. – In norddeutscher Küstennähe gibt es das Buch auch in Famila-Märkten.

Grüße von Rübezahl

Cover: Begegnung im Riesengebirge

23-jährig begleitet Liesel Hünichen als Fürsorgerin mitten im Krieg Kinder und Mütter zur Erholung ins Erzgebirge. Das ist eine Urlaubs-Gelegenheit: Bergwanderung auf die Schneekoppe. Wie aus dem Nichts erscheint ein freundlicher Hüne mit blitzenden Augen unterm grünen Lodenhut. Er begleitet sie, unterhält sie mit klugem Allwissen – es wird schließlich ein romantischer Abend. Am nächsten Morgen ist er fort. Ein Gruß auf einem Zettel und das Versprechen »Ich bin bei Dir« machen die junge Frau nachdenklich. War die flüchtige Romanze vielleicht die mystische Begegnung mit der Sagengestalt Rübezahl? Ist der wilde Berggeist in Wirklichkeit ein sanfter Schutzherr, der ihr den Weg durch den plötzlichen Nebel weist?

Weißt du noch?

Cover Dennoch haben wir gelacht [9783944459295 (2).jpg,908 KB]

Erinnerungen können sich auf wundersame Weise vermehren! »Dennoch haben wir gelacht...« 20 Zeitzeugen haben notiert, was sie in Dörfern und Städten, im Norden und Süden Deutschlands, im Ruhrpott, in Russland und Argentinien erlebten. Ihr »Damals« umfasst den Zeitraum 1933–1955. Lange schwiegen sie, weil es niemand wissen wollte. Die Zeit ist reif. Ein Buch, das Erinnerungen präsentiert – und die eigenen weckt.

Nachspielzeit

Helgoland meldet in diesen Tagen übrigens +1° mehr als die Küste. Nachspielzeit für echte Fans – auch weil es jetzt runde 70 Jahre her, dass die Engländer mit dem »Big Bang« alle militärischen Anlagen samt der Munitionslager in die Luft jagten. Fünf Jahre später gehörte Helgoland wieder zu Deutschland. Damals kehrten auch die Eltern von Reimer Boy Eilers auf die zerbombte Insel zurück. Das war seine Kindheits-Welt. Forscherdrang in den Katakomben. Mit dem Onkel zum Hai-Angeln. Vom Vater etwas über die Geschichte erfahren… In seinem Buch wird deutlich, wie und durch was die Insel ihn formte. »Heimat Helgoland« ist der Titel eines beachteten NDR-Doku-Dramas um den Insel-Fotografen Franz Schensky. – Was Reimer Boy Eilers über den Mann mit der Kamera zu sagen hat, lesen Sie in diesem > BUCH-AUSZUG

Menschen um Martin Luther
Geister der Reform

Der zeitkritische Hamburger Maler Werner Fritz Zganiacz schuf farbenprächtige Porträts von Menschen, die im Wirken Martin Luthers eine Rolle spielten. Der Zyklus war für eine Darstellung in der Wartburg gedacht. Erweitert durch weitere Porträts und mit verändertem Konzept wurde ein Buch daraus. Als zum 500. Reformations-Jubiläum eine zweite Auflage nachgefragt wurde, entstand die Idee, sie mit alten Stichen und Holzschnitten zu erweitern. Sie stammen aus einem Sonderdruck der Leipziger »Illustrirten Zeitung« zu Luthers 400. Geburtsjahr 1883. Eine interessante Gegenüberstellung – auch in den Texten. Der großformatige »Bildband« zur Hälfte des aktuellen Luther-Jahres mag wie eine Illustration zu den unterschiedlichsten Veröffentlichungen wirken. Es passt ein Luther-Wort: »Gut Ding will Weile haben.« – Hier ist ein BLICK INS BUCH. Auf Seite 16 dieser Leseprobe erhalten Sie eine ausführliche Inhaltsangabe.

Mutmacher

Schutzengel-Cover»Es freut mich sehr, dass Sie sich auf diese Art für Bienen einsetzen. Jungen Menschen durch ein Buch das Bienen-Thema nahe zu bringen, finde ich eine sehr lobenswerte Idee. Für das Bienenbuch von der Küste wünsche ich Ihnen viele interessierte kleine und große Leser.« So lobt Frankfurts Umwelt-Dezernentin Rosemarie Heilig Autor Peter Jäger. Ihr netter Wunsch erfüllt sich Tag für Tag mehr – aber die Thematik reicht weit darüber hinaus. Das Buch ist ein Appell ohne erhobenen Zeigefinger: »Achtet das Leben! Schützt eure Umwelt!« Beschlossen auf der Vollversammlung der Engel, die von ihrem himmlischen Standort die Erde wohl etwas besser im Blick haben als wir. Aber: »Schutzengel geben niemals auf«. Und so dringen irdische Probleme auf lockere Weise in die Zone des Nachdenkens ein und machen besonders jungen Lesern Mut zum Engagement. Mit Schul- und Hoffest und Tierpark-Besuch ist für viel Action gesorgt – um schließlich von fleißigen Bienen belohnt zu werden: »Flüssiges Gold für die Retter der Bienen«. Christel Kruse hat das Buch mit Witz und Charme illustriert. – Mal hineinlesen? > LESEPROBE

Soziale Gerechtigkeit

Cover: Weil es notwendig war

Zur Zeit gerade ein geflügeltes Wort. Es hat eine Vergangenheit, die man sich heute kaum vorstellen kann. Recht des Einzelnen, Schutz der Kinder, Emanzipation, Achtung der Hilfsbedürftigen, Gleichstellung von Frau und Mann, Respekt vor anderen Meinungen, Religionen und Kulturen. Wir schrieben es uns zum Neuanfang des Staates in Verfassung und Grundgesetz – aber es waren Menschen erforderlich, die es verwirklichten und vorlebten. Die Autorin illustriert mit »Geschichten« aus der Nachkriegszeit bis hinein ins neue Jahrtausend die deutsche Sozialgeschichte – nicht nur im lokalen Raum. Sie berichtet, wie ihre schuldbeladene Generation aus der deutschen Geschichte lernte und außer dem »Wirtschaftswunder« in stetiger, beharrlicher Arbeit einen Sozialstaat aufgebaut hat, der von vielen Ländern als Vorbild angestrebt wird. Ihr Bericht ist auch eine Darstellung ehrenamtlichen Engagements als unverzichtbares Element unserer freiheitlichen Demokratie.

LESETERMINE

SUSANNE BIENWALD
liest aus ihrem Buch »Wittensee«

Di 17.10.2017 - 19:00 Uhr:  Inner Wheel Club, Hamburg-Schenefeld
Do 26.10.2017
- 10:00 Uhr:  Frauenfrühstück mit Lesung, Kulturhaus Eppendorf, Julius-Reincke-Stieg 13a, 20251 Hamburg
Fr 03.11.2017 - 19:30 Uhr:  Stadtteilhaus Horner Freiheit / Bücherhalle Horn, Am Glojenboom 46, 22111 Hamburg

 

PETER JÄGER
präsentiert sein Buch »Schutzengel geben niemals auf« am 3. November im VHS-Literaturkreis in der Quickborner Stadtbücherei

 

LUISA NATIWI
beteiligt sich an den diesjährigen Kinder- und Jugendbuchwochen in Schleswig-Holstein mit ihren afrikanischen Märchen, die sie unter dem Titel »Dr. Limilim der Urwald-Doktor« veröffentlicht hat.
Termine: 13.11.: Elmshorn, Stadtbücherei; 14.11.: Neumünster, Stadtbucherei; 14.11.: Tarp, Gemeindebücherei; 15.11.: Tondern (DK), Deutsche Bücherei; 21.11.: Lübeck, Stadtbibliothek; 22.11.: Plön, Stadtbücherei

Einer geht noch

TineWittler

Der Sommer wechselt langsam in die Bar-Saison. Tine Wittler – selbst in ihrer Bar »Parallelwelt« gern hinterm Tresen – mag diese Zeit besonders gern. Der Sonne hatte sie einst den Namen »Gelbe Sau« verpasst, weil sie die Kunden aus der Bar lockte (inzwischen stehen vor der Bar Sonnenschirme). Tine Wittler hat die Bar-Typen studiert, liebevoll bedichtet, mit Cocktail-Rezepten umrankt und in ein Buch gepackt. Marlies Schaper hat es schwungvoll illustriert. Tresenlyrik schlückchenweise ist die »Lokalrunde« treffen erklärt – die richtige Lektüre für Leute, die nach einem Schnäpschen zum Philosophieren neigen…

LESEPROBE

Faszination oder Kulturschock?

No Prolem SirIndien! Da will ich unbedingt hin! – Indien? Alles, nur das nicht! – Für den Neugierigen ein Ort der Sehnsucht. Für verwöhnte Touristen ein Kulturschock. Wer sich das Abenteuer zutraut, ist froh es zu überstehen – und ist er zu Hause, will er wieder hin. Und die Inder selbst? Jene, die dort sind, dort bleiben müssen? »No Problem, Sir!« Das ist der Satz, den Sven j. Olsson immer wieder hörte. Drei unterschiedliche Aufenthalte tauchten ihn immer wieder in ungewohnte Situationen. Indien ist Chaos – aber gefüllt mit Menschen, die in diesem Tohuwabohu ihren Ordnungssinn versteckt haben. Manchmal amüsiert es. Manchmal treibt es den Blutdruck in die Höhe. Oder kann man gar davon lernen? Alltagsgeschichten aus einer anderen Welt – dazu formatfüllende Bilder, die nicht nach Pracht und Schönheit suchen, sondern Indien zeigen, so wie es ist. Hier ist eine Leseprobe – und hier ein YouTube-Trailer – und hier können sie das ganze Buch erwerben: SHOP

 

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Das war der 1. Fall

Der Tote im Yachthafen [9783944459264.jpg,104 KB]Sommer an der Ostsee. Für Autorin Frauke Mohr ist das Grömitz-Zeit. Dort auf dem Campingplatz entstand »Der Tote im Yachthafen«, während ihre Jungs Sandburgen bauten. Um einen Prachtbau im Naturschutzbereich geht es im Krimi. Irgendwie hat das Geld das Sagen – und schließlich noch eine Prise Gift. Bei jungen Lesern punktet Tim Bronkaus erster Fall der imaginären Neustädter Krimi im E-Book-Download – aber fragt ruhig mal im Buchhandel – oder hört zu, wenn Frauke Mohr daraus am Grömitzer Strand liest. Ganz nah am Original-Tatort.

 

 

 

 

 

 

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