Eine Geschichte von Liesel Hünichen am Rande großer Politik – sie steht noch in keinem Buch. Sie geschah, als sie am 19. Juni 1999 einen Geburtstags-Gutschein
zum 80. Geburtstag einlöste – ein Familienausflug an den Rhein.
Hier ist sie in etwas gekürzter Fassung:

 

»Wir fuhren mit dem Raddampfer flussaufwärts, an der Loreley vorbei bis nach Bacharach. Hoch über der Stadt die Burg Stahleck. Erinnerungen stiegen auf: Dort haben wir zur Lautenbegleitung des Herbergsvaters Volkslieder gesungen. Ich wollte hinauf, auch wenn die Enkel vor der Strapaze warnten.

Es war schöner, als ich es in Erinnerung hatte: Renoviertes Fachwerk, spiegelnde Fenster, von der Terrasse ein beseelender Blick ins Rheintal. Im Burghof versammelten sich junge Musiker und stimmten sich auf ein Konzert ein. Vor dem Turm waren ein Glockenspiel, Harfe und Laute aufgebaut. Dann sang eine Dame im rotbraunen Samtkleid mit glockenheller Stimme ein mittelalterliches Volkslied.

Während wir erstaunt lauschten, baten uns breitschultrige junge Herren in dunklen Anzügen diskret, etwas Platz zu machen. Jemand sagte: ›Da sind die Damen.‹ Und da stand Doris Schröder-Köpf als Gastgeberin, an ihrer Seite Hillary Clinton und weitere Politikerdamen des EG-Gipfels, denen sie zur romantischen Musik einen erhabenen Blick auf unser schönes Deutschland präsentierte.

Welch eine Überraschung, dass die erfrischten Damen die anwesenden älteren Genießer von Burgen- und Rhein-Romantik auf ein Gläschen Riesling-Sekt an ihre Tische einluden. Und wenn nicht das ›Wenn‹ dazwischen wäre, ich könnte heute sagen, dass ich mit Amerikas Präsidentin auf eine friedliche Zeit in einer schönen Welt angestoßen habe.«

Eine Geschichte am Rande großer Politik steht noch in keinem Buch. Sie geschah, als sie am 19. Juni 1999 einen Geburtstags-Gutschein zum 80. Geburtstag einlöste – einen Familienausflug an den Rhein. Hier ist sie in Kurzfassung:

»Wir fuhren mit dem Raddampfer flussaufwärts, an der Loreley vorbei bis nach Bacharach. Hoch über der Stadt die Burg Stahleck. Erinnerungen stiegen auf: Dort haben wir zur Lautenbegleitung des Herbergsvaters Volkslieder gesungen. Ich wollte hinauf, auch wenn die Enkel vor der Strapaze warnten.

Es war schöner, als ich es in Erinnerung hatte: Renoviertes Fachwerk, spiegelnde Fenster, von der Terrasse ein beseelender Blick ins Rheintal. Im Burghof versammelten sich junge Musiker und stimmten sich auf ein Konzert ein. Vor dem Turm waren ein Glockenspiel, Harfe und Laute aufgebaut. Dann sang eine Dame im rotbraunen Samtkleid mit glockenheller Stimme ein mittelalterliches Volkslied.

Während wir erstaunt lauschten, baten uns breitschultrige junge Herren in dunklen Anzügen diskret, etwas Platz zu machen. Jemand sagte: ›Da sind die Damen.‹ Und da stand Doris Schröder-Köpf als Gastgeberin, an ihrer Seite Hillary Clinton und weitere Politikerdamen des EG-Gipfels, denen sie zur romantischen Musik einen erhabenen Blick auf unser schönes Deutschland präsentierte.

Welch eine Überraschung, dass die erfrischten Damen die anwesenden älteren Genießer von Burgen- und Rhein-Romantik auf ein Gläschen Riesling-Sekt an ihre Tische einluden. Und wenn nicht das ›Wenn‹ dazwischen wäre, ich könnte heute sagen, dass ich mit Amerikas Präsidentin auf eine friedliche Zeit in einer schönen Welt angestoßen habe.«

 

Übrigens: Am 99. Geburtstag hat Liesel Hünichen ihre Familie eingeladen, mir ihr auf die Insel Wangerooge zu fahren – für sie bedeutet das: Jugenderinnerungen auffrischen, auch wenn sie von der Nachbarinsel Juist sind ...

 

 

Eine Zeitzeugin berichtet

 

Weitere
Geschichten

in diesem Buch:

Jugendjahre-Weltkriege [Cover-9783944459394-RGB.jpg,86 KB]

LIESEL HÜNICHEN

Jugendjahre zwischen den Weltkriegen
und weitere 2099 Tage

 Mosaiksteine des Lebens 1919–1945

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